U23 siegt im Europapokalviertelfinale in Virton

Ja ich weiß, ist schon die ein oder andere Woche her, aber irgendwie habe ich mich etwas davor gesträubt den Bericht zu schreiben.
“Die einzig wahre Wahrheit” wollte/sollte ich veröffentlichen … und das ist gar nicht so einfach, sag ich euch. ;-)

Aber nun gut.
Als fußballverrückter TuS-U23-Anhänger hat man in dieser Saison bekanntlich jede Menge unnötigen Kram erlebt. Man musste sich in den Niederungen der Kreisklasse Spiele anschauen, die bereits entschieden sind, bevor der Gegner den ersten Fuß auf den Kunstrasen gesetzt hat. Man musste sich Kreisklasse-Spiele anschauen, die bei Dreckswetter auf Waldescher Hartplätzen, die nicht mal den Namen Hartplatz verdient hätten :-), stattfanden, man musste immer wieder Ausreden bringen, warum man denn verdammt nochmal schon wieder Fußball schauen geht… und so weiter und so fort.

Aber es hat sich ja mal wieder gelohnt.
Die internationale Nachwuchsrunde ist relativ unbekannt, nichtsdestotrotz war das Rückspiel im Pokal gegen Royal Excelsior Virton schon Gesprächsstoff, da war das Hinspiel nicht einmal terminiert. Es ging nach Europa! Nicht mit dem ehemaligen Lieblingsverein, nicht einfach mal so auf eine Hopping-Tour .. nein. Mit der TuS Koblenz!

So machten sich elf tapfere Koblenzer Krieger auf, um der Reserve des belgischen Zweitligisten mal zu zeigen, wo der Hammer hängt.
Traf man sich doch relativ früh, um auf jeden Fall passend zum Spiel vor Ort zu sein, musste man sich schon eingestehen, dass man mit dem Tempo, dass man bis nach Wasserbillig an den Tag legte, auf jeden Fall erst nach dem Spiel in Virton ankommen würde. Geplant war den elften Mann in Wasserbillig aufzugabeln … nur leider gab es Missverständnisse zwischen Navigator und Fahrer des “Busses”, so dass wir anstatt an die Autobahnraststätte in Wasserbillig “unten rum” durch die Trierer Innenstadt schlichen und auch erst im Ort Wasserbillig merkten, dass wir nicht da waren, wo wir eigentlich sein wollten und vor allem auch sollten!

Also umdrehen und einfach “da hoch” fahren. Ok, Straße gesperrt. (Die war auch auf jeden Fall gesperrt und nein, ich habe alles richtig gemacht und ja, ihr habt Unrecht und außerdem wäre ohne mich eh alles kaputt gewesen!) Also erstmal nach links abbiegen und dann einfach noch mal nach rechts … und am besten fahren wir mal da hoch und … “da oben rechts”. Okeee … mittlerweile standen wir irgendwo in Wasserbillig und “da oben rechts” sah man nichts weiter als eine Straße, die in einer Wiese endete.
Wir waren definitiv falsch! Die Zeit drängte und das Urin ebenfalls ..

Letztlich schafften wir es dann doch irgendwie zur Raststätte, da ich uns in einer todesmutigen Aktion auf die richtige Fährte brachte. Endlich angekommen wurde die Autobesatzung, die 45 Minuten nach uns losgefahren, aber knapp 15 Minuten vor uns angekommen war, begrüßt, der Grund für den ganzen Kram eingesammelt und ab ging es durch Luxemburg nach Belgien.
Dort angekommen musste man einsehen, dass es auch hier Traktoren gab, die nicht mehr als 30km/h fahren können .. und so hatte man noch 20km vor sich und noch 25 Minuten Zeit bis zum Anpfiff. Irgendwie schafften wir es dann nach Virton .. aber Virton ist eine Weltstadt. Wo war denn dieses verdammte Stadion? Und warum sprechen die Belgier weder die deutsche noch die englische Sprache? Ich kann doch kein französisch!
Nach stundenlangem hin und her schafften wir es dann letztlich doch .. wir waren da, wir hatten das “Stade Yvan Georges” erreicht .. und den Anpfiff um zwei Minuten verpasst.
Egal! Fahnen, Banner, Spruchband eingepackt und ab ging es in den äußerst geilen Stehplatzblock. Keine Ahnung, ob der für Gäste ist .. wir nahmen den einfach mal für uns in Anspruch.

Anhänger der TuS Koblenz U23 in Virton

Und los ging es .. “Koblenz, du bist die schönste Stadt am Rhein, die TuS unser Verein, in blau und schwarz so muss das sein, ohoooooooo”.
Diese 90 Minuten waren einfach der verdiente Lohn für all das, was wir die ganze Zeit so durchgemacht haben, um die Zwote echt in jedem Scheißspiel mit mindestens unserer Anwesenheit und unserem Interesse zu unterstützen. 90 Minuten singen, tanzen, schwenken und nach der Pause auch noch den 1:0 Siegtreffer durch Alassane Ouedraogo feiern. Mir war es ehrlich gesagt egal, wie das Spiel ausgeht. Natürlich habe ich mich gefreut, dass wir ins Halbfinale des Pokals eingezogen sind, aber die Stimmung da war das, was Fußball ausmacht.
Nach dem Spiel wurde dann noch ein Spruchband (“Egal wann, egal wo – Alles für TuS Koblenz Zwo”) präsentiert, ein wenig Pyromaterial abgebrannt, eine Huba (nein, ich hab mich nicht verschrieben!) angestimmt, die Spieler abgeklatscht, ein süßes “Mob”-Foto gemacht und sich einfach nur gefreut, dass man die Stunden auf sich genommen hatte, um hier und heute dabei zu sein.

Nennt uns verrückt, nennt uns fanatisch, nennt uns übertrieben oder nennt uns selbstdarstellerisch. Dieser Abend war das Geilste, was ich persönlich mit der TuS mitgemacht habe. Hoffenheim auswärts war geil. Der Aufstieg war geil. Rostock war auch geil. Aber Virton hat mir gezeigt wie geil es sein könnte … :-)

Nach dem Spiel lief alles problem- und ereignislos ab. Ab in die Autos und los ging es in Richtung Heimat. Kurz noch etwas Geld in Luxemburg gelassen und gegen Mitternacht war die Tour dann vorbei und wir alle glücklich diesen Mittwoch Nachmittag für diese Tour genutzt zu haben.
Bilder von der Tour nach Virton findet man im Forum.

Da man ja häufig als Fan kritisiert wird .. auch gerade von denjenigen, die keine Ahnung haben, was es mit Fußball eigentlich so auf sich hat, ist mir das Lob, dass seitens des U23-Trainers Colin Bell kam, einfach eine Bestätigung dafür, dass wir wichtig sind und nicht nur so tun, als ob wir es wären!

Besonders beeindruckte Trainer Colin Bell die Unterstützung der TuS-Anhänger: “20 Fans haben uns an einem Mittwochabend nach Belgien begleitet. Das hat bei den Jungs noch ein paar Prozente rausgekitzelt.”

Quelle: TuS Koblenz

Das Halbfinale der internationalen Runde wird dann am 15.Mai um 18:00 Uhr gegen die U23 der VfL BorussiaMönchengladbach im Borussiapark stattfinden.

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Kommentare

[...] planen kann. Dass in der Fanszene Interesse an diesen Touren besteht, sollte nach den Spielen in Virton/Belgien und Wasserbillig/Luxemburg bekannt [...]

[...] Ob es an mir liegt? Ich hoffe mal nicht. Sowieso wurde mit mir international bislang nur in Virton (1:0) gewonnen. Auf jeden Fall bin ich stolz darauf, dass ich von der Mannschaft ohne danach zu [...]

[...] Auswärtssieg in Virton, Ouedraogo mit dem Siegtreffer [...]

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