Am vergangenen Sonntag ging es mal wieder in den Fürther Ronhof. Die bisherigen beiden Auswärtsspiele gegen die Kleeblätter der SpVgg Greuther Fürth waren einmal bitter und einmal äußerst erfreulich.

Wie auch in den letzten beiden Spielzeiten fand man sich wieder zu einem lustigen Haufen Fußballverrückter zusammen, die um 5:55 Uhr den Koblenzer Hauptbahnhof in Richtung Franken verließen. Hatte man auf der Fahrt nach Frankfurt zunächst die Befürchtung, dass man den Anschlusszug nach Würzburg, aufgrund von einem unplanmäßigen Aufenthalt in Eltville, nicht bekommen würde, konnte man dann aber doch relativ unproblematisch die weitere Reise fortführen.

So kam man um kurz vor 12:00 Uhr in Fürth an und machte sich kurz darauf auf den Ronhof zu Fuß zu erreichen. Man hätte zwar auch die Shuttlebusse nehmen können, aber zwei Stunden vor dem Stadion rumstehen ist nun auch nicht so das Optimum.
Der “Marsch” verlief völlig unproblematisch und auch die Polizisten, die uns wirr durch die Gegend führten (in der letzten Saison sind wir einfach den direkten Weg zum Stadion gegangen anstatt um 18 Ecken), schienen jetzt nicht wirklich angespannt.
Es wurde ein wenig gesungen und geschwatzt und irgendwann kam man dann auch in die Nähe des Stadions. Ich hatte mich mittlerweile mit ein paar weiteren Mitreisenden von der Hauptgruppe abgesetzt, um den Biervorrat nochmals aufzufüllen. Am Stadion holten wir dann die Zugfahrer wieder ein, man begrüßte die Koblenzer Busfahrer, überreichte einige Geburtstagsgrüße und wartete darauf, dass der Anpfiff kam.

Kurz angemerkt werden sollte allerdings das in meinen – und nicht nur in meinen – Augen krasse Fehlverhalten der, die Zuggruppe führenden, Polizisten. Sie führten die Gruppe der Zugfahrer nämlich direkt über einen Friedhof (Erlanger Straße) zum Stadion. Beim besten Willen, aber warum muss man Fußballfans über einen Friedhof, eine Stätte der letzten Ruhe, führen, wenn man genauso gut den Weg außenherum nehmen kann?
Wir, also die etwas zurückhängende Gruppe, folgten nämlich einfach der Beschilderung in Richtung Stadion und kamen neben dem Friedhof heraus. Der Rest der Koblenzer musste über den Friedhof.
Dabei sei an dieser Stelle hinzugefügt, dass meinen Informationen nach, die Koblenzer auf dem Friedhof weder sangen, noch Müll entsorgten oder Ähnliches und haben sich in diesem Punkt wohl keine Verfehlungen vorzuwerfen!
Eine Weigerung über den Friedhof zu gehen hätte die, bis dato absolut ruhige, Situation zwischen Fans und Polizisten wahrscheinlich zugespitzt, so dass darauf verzichtet wurde.

Nun gut, jetzt aber mal zum Spiel an sich.
Die Null-Gegentore-TuS ist Geschichte. War ja auch klar, dass die TuS irgendwann mal Gegentore fängt. Waren Frankfurt und Wehen noch zu ungeschickt und glücklos die Chancen zu nutzen, waren die Fürther eiskalt und schenkten der TuS bereits relativ früh, nach einem Fehlpass von Matej Mavric und dem darauf folgenden schnellen Spiel in die Spitze der Gastgeber, die 1:0 Führung ein.

Fürth war in der ersten Hälfte klar besser als die Koblenzer. Trotzdem erzielte Ardijan Djokaj, nach einem wunderschönen Pass von Emmanuel Krontiris, mit einem Tor-der-Woche-verdächtigen Heber über den Fürther Torwart den 1:1 Ausgleich.
Doch die Fürther schlugen im direkten Gegenzug zurück und erzielten prompt das 2:1. Die Stimmung war zu diesem Zeitpunkt “gedämpft”. So will ich das mal ausdrücken.
Als dann David Yelldell, der beste Koblenzer der bisherigen Saison, dann noch seinen persönlichen Albtraum erlebte und sich den Ball auf kurioseste Weise selbst zum 3:1 in die Maschen beförderte, waren die Fans und sicherlich auch die Mannschaft erstmal bedient. Zum Glück war jetzt Pause!

Uwe Rapolder wechselte in der zweiten Halbzeit und brachte Alassane Ouedraogo für Marko Lomic und den Franzosen Begeorgi für Njazi Kuqi. Das schien zu wirken, denn die TuS spielte Fürth plötzlich regelrecht an die Wand. Nach einem Fernschuss-Flatterball von Emmanuel Krontiris, der eindeutig sein bestes Spiel für die TuS ablieferte, sah Sascha Kirschstein im Fürther Tor nicht gut aus und es stand nur noch 2:3. Die Hoffnung im Gästeblock kam zurück und man konnte schon sagen, dass wir laut waren!

Nachdem Matej Mavric dann in einer etwas verworrenden Situation im Fürther 5-Meter-Raum sogar das 3:3 köpfte brachen alle Dämme. “Die T U S ist wieder da” schallte es durch den Ronhof. Die TuS kam nach 1:3 zur Pause wieder zurück ins Spiel und zahlte das zurück, was sie in der ersten Hälfte nicht geboten hatte.

Doch es sollte nicht sein. Hatte man in der letzten Saison noch Glück (Andreas Richter traf in der Nachspielzeit zum 1:0-Sieg für die TuS!) hatte man dieses Mal Pech. Bernd Nehrig schoss, Andreas Richter fälschte ab, David Yelldell hatte keine Chance und Fürth siegte in einem wahnsinnigen Spiel mit 4:3.
Zunächst geknickt machte man sich auf den Weg zum Shuttlebus in Richtung Bahnhof und dann ab in die Rhein-Mosel-Stadt, die man um kurz nach 22:00 Uhr, erschöpft und froh wieder daheim zu sein, erreichte.

Die TuS spielte sicherlich nicht gut, aber aufgrund der zweiten Hälfte bin ich nicht pessimistisch oder fange an den Weltuntergang herbeizureden.
Wir haben den vierten Spieltag gespielt, die TuS ist Vorletzter und damit auf einem Abstiegsplatz beheimatet. Gut. Wirklich schlimm ist das jetzt nicht. Mit Optimismus an die Sache herangehen und gleichzeitig den kritischen Blick nicht zu verlieren mag vielleicht manchmal schwer sein, aber wir haben noch 30 Spiele. Also immer locker durch die Hose atmen. :-)

Am kommenden Freitag gastiert der FC Augsburg in der Festung Oberwerth. Da kann man die Situation schon wieder etwas schöner gestalten.

Etwas detaillierter Spielberichte findet man zum Beispiel

Bilder vom Spiel der SpVgg Greuther Fürth gegen die TuS Koblenz gibt es natürlich auch.

Alles Weitere zum Spiel findet man auch im Forum.