Koblenz erkämpft sich Punkt gegen Nürnberg

VIel wurde über die letzten beiden Spiele der TuS Koblenz gesprochen. Zunächst wurde die Mannschaft nach dem Sieg gegen Kaiserslautern in den Himmel gelobt und kurz nach der Niederlage gegen Rostock darauf als Scherbenhaufen tituliert. Man sprach von Schande und Schmach.

Aber selbst gegen Rostock deutete sich an, dass sich etwas zum Positiven verändert hatte. Nicht so sehr auf dem Platz, sondern eher im Block. Schrieben die Hanseaten doch nach dem Spiel:

Noch ein Wort zu den Koblenzer Fans. Normalerweise erntet man nach solchen Spielen als Gastfan den üblichen Spott oder (noch schlimmer) das Mitleid der Einheimischen. Von mir gibt es an dieser Stelle vor allem Respekt – und zwar an die tapfere kleine Schar Aufrechter, die unermüdlich gegen eine akustische Übermacht ansang, ohne dabei wirklich gehört zu werden, dies aber trotz des Desasters ihrer Mannschaft bis zum bitteren Ende durchzog und dabei in einem Anfall von Galgenhumor sogar an der „La ola“ teilnahm. Auch waren nach dem Spiel keine Unmutsbekundungen gegen die eigenen Spieler zu erkennen. Auf solche Fans („und sind es auch nur sieben oder acht“), die nicht nur ein 5:0 gegen Kaiserslautern feiern, sondern auch in extrem negativen Situationen zu ihrer Mannschaft stehen, kann ein Verein stolz sein.

Und frei nach dem Motto “Auch in chaotischen Tagen stehen wir zu unseren Farben!” ging es auch am gestrigen Sonntag in das Spiel gegen den 1.FC Nürnberg.

Man traf sich früh im Block und bereitete eine kleine “Choreo” vor, die eigentlich nur den Startschuss für den 90minütigen Einsatz im Block darstellen sollte. Und es funktionierte perfekt! Auch wenn unsere Mannschaft bereits nach zwei Minuten das 0:1 hinnehmen musste (Engelhardt traf völlig freistehend aus 10 Metern halblinker Position) änderte das nichts an der Einstellung, die unter den Fans herrschte. Heute wird gepunktet, heute wird gekämpft, heute wird gezeigt, dass wir den verdammten Willen haben!
So wurde der Rückstand kurzerhand ignoriert und gesungen, geschrieben, geschwenkt … Diese ersten rund 15 Minuten waren der absolute Hammer. Das war die beste Stimmung seit .. ja seit wann, vielleicht war es die beste Stimmung überhaupt. Wer weiß das schon.
Aufgrund der altbekannten akustischen Mängel unseres Stadions hörte man uns wahrscheinlich nur ab und an mal auf dem Platz, aber das sind wir ja gewohnt. So wurde einfach versucht optische Akzente zu setzen. Unsere Fahnen und ständige Bewegung im Block waren entsprechende Mittel. Und als Tipp an die ganzen “Hüpfuninteressierten” … man kann auch ‘ne Schweinshaxe mehr essen, wenn man dafür 90 Minuten abgeht! Das ist der beste Sport, den man ausüben kann!

Die TuS war in der ersten Hälfte allerdings nicht so gut drauf wie ihre Anhänger. Nürnberg verpasste es allerdings durch eine konsequentere Spielweise das Spiel frühzeitig zu entscheiden. So ging es mit dem 0:1 Rückstand für die TuS Koblenz in die Pause, welche zumindest für die Spieler sehr kurz war. Was gab es auch groß zu sagen? Arsch aufreißen, Tor schießen!

Direkt nach Wiederanpfiff hatte der 1.FC Nürnberg dann die große Chance das 2:0 zu erzielen und damit wahrscheinlich den Sack zu zu machen. Aber David Yelldell reagierte hervorragend und sicherte der TuS die Chance auf den Punkt.
Mit der Zeit wurde Nürnberg unverständlicherweise immer passiver und die TuS kam zu Chancen. Auch wenn sich das bei der kleinen Fanszene vielleicht vermessen anhört, aber den Beteiligten im Block kam es so vor (da spreche ich einfach mal für eine Reihe von Leuten um mich herum!), als dass unser Einsatz Früchte tragen würde. Die Mannschaft wollte dieses verdammte Tor und wir wollten sie verdammt noch mal dabei unterstützen und waren so aktiv, wie ich es auf dem Oberwerth oder generell noch nie erlebt habe. Mein T-Shirt war nicht nass, es bestand eigentlich nur noch aus Wasser. DIe Gesichter um mich herum quälten sich immer weiter zu machen, ob die Luft schon vor einer halben Stunde zu knapp wurde. Und dann war es soweit. Die 82.Minute. Emmanuel Krontiris setzt sich über die rechte Seite durch, schießt, Torwart Schäfer kann den Ball nur abprallen lassen und Njazi Kuqi versenkt den Ball im Nürnberger Tor.
Ich kann nicht beschreiben, was man da fühlt. Einfach unbeschreiblich. Die ganze Arbeit hat sich gelohnt, wir haben die Mannschaft dazu gebracht diesen verdammten Punkt zu holen, dieses Tor zu schießen und alle Dummschwätzer, die nach dem 0:9 auf den Plan getreten sind, mundtot zu machen!

Im Nachhinein konnte man erkennen, dass das Tor aus einer knappen Abseitsposition entstanden ist, aber hey .. wen genau interessiert das?

Das Spiel endete mit 1:1. Nürnberg verpasste es das Spiel gegen einen angeschlagenen Gegner in Hälfte eins zu entscheiden und konnte am Ende noch froh sein, dass die TuS nicht drei Punkte in der Festung Oberwerth behielt. Das 1:1 war in meinen Augen letztlich ein Ergebnis, was in Ordnung ging.

Nach einiger Zeit der Entspannung machte man sich dann auf den Weg in die Stadt und dann ab nach Hause. Mir schmerzen noch heute die Füße und die Waden, aber was macht man nicht alles für die TuS!
Mit der Gewissheit, dass es wirklich etwas bringt, wenn man den Block zum Beben bringt, wird es am kommenden Sonntag wieder versucht werden einen Aufstiegsaspiranten zu ärgern und die Festung zu halten!

Zuvor wird aber noch der Mittwoch zum Bundesligaspieltag erklärt. Wer also noch einen Urlaubstag über hat, schnell am heutigen Tage noch dem Chef Bescheid sagen bzw. einfach fragen – das kostet bekanntlich nichts – und mit nach München kommen.
Es werden sehr wenige Leute vor Ort sein, so dass wir wirklich jeden Mann, jede Frau gebrauchen können.

Detaillierte Spielberichte zur Partie gegen den 1.FCN gibt es natürlich wie immer auch, zum Beispiel

Das Spiel aus live-Sicht eines Nürnberger Fans gibt es hier nachzulesen. Durchaus interessant wie ich finde.

Bilder vom Spiel gegen den 1.FC Nürnberg gibt es natürlich auch. :-)
Alle weiteren Diskussionen zum Spieltag findet man im entsprechenden Thema im Forum.

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Kommentare

“wieder versucht werden einen Aufstiegsaspiranten zu ärgern…”
Danke für die Blumen, aber ein Aufstiegsaspirant sind wir seit Wochen schon nicht mehr! :-(
Euch aber Glückwunsch! Da kann man sehen, was man mit Beharrlichkeit alles schaffen kann!

Vor zwei Jahren war Freiburg auch in der Hinrunde ultra schlecht und wäre am Ende fast noch aufgestiegen .. man wird sehen. :-)

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