Hoffenheim demontiert die TuS Koblenz

Am gestrigen Abend fand also die Achtelfinalpartie der TuS Koblenz gegen die TSG Hoffenheim statt. Gespielt wurde in der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim.
Aufgrund des relativ späten Spielbeginns um 20:30 Uhr fuhr ich mit dem Auto in Richtung Süden. Ein halber Tag Urlaub war mir das Spiel wert, so dass ich relativ frühzeitig am Oberwerth die Mitfahrer einsammelte und aufbrechen konnte. Ich traf mich kurz vor dem Stadion noch auf der Raststätte Kraichgau-Süd mit einigen Freunden, mit denen man dann quasi “im Konvoi” die letzten 500m in Angriff nahm. einmal um die Arena herum musste man, um in die Nähe des Gästeblocks zu kommen. Da ich nicht genau wusste, wo ich hin musste, fragte ich einen älteren Polizeibeamten, der den Verkehr regelte, wie ich denn zum Gästeblock kommen würde.
Die Antwort war herzerfrischend ..

Der Dialog in Kurzform:

ICH: “Hallo, wir sind Gästefans, wie komme ich zum Gästeblock?”
ER: “Ich weiß das nicht, ich bin von der Polizei und nicht vom Stadion, du Eierkopp.”

Ah, danke auch! Vollidiot!

Einen separaten Gästeparkplatz gibt es übrigens nur für Busse. Wir mussten also auf einem “normalen” Parkplatz in der Nähe des Gästeblocks parken, wobei “in der Nähe” auch relativ ist. Die Reihen wurden halt aufgefüllt, so dass man unter Umständen wirklich einmal hinter der Gegengeraden langrennen muss, wenn man früh auf dem Parkplatz ankommt. Ging aber alles relativ fix, da die Anfahrt mehrspurig geregelt war.

Am Stadion angekommen wurde erstmal eine Stehplatzkarte konsumiert. Ermäßigungen gibt es nicht. Alles Normalpreis: 10 Euro.
Dann die Treppe hoch und erstmal abtasten lassen. Kameras sind nur erlaubt, wenn sie kein Wechselobjektiv haben. Jedenfalls wäre das in meinem Fall so gewesen, da ich explizit darauf angesprochen wurde. Meinen Reserveakku durfte ich gnädigerweise mitnehmen. Die Ordner waren, was ich so mitbekommen habe, relativ unkompliziert.

Also mal rein in den Block und sich einen Überblick verschafft. Nach einigem Hin und Her bei der Standortsuche war dann letztlich alles geklärt und es konnte so langsam in Richtung Spielbeginn gehen. Nachdem der Stadionsprecher die Hoffenheimer Zuschauer mit Dauerquasselei ausreichend animiert hatte, das “Wir sind Hoffe”-Lied mitgesummt wurde (das Lied wurde so laut gespielt, dass man nie im Leben irgendeine Stimme auch nur ansatzweise gehört haben kann) kamen dann auch die Mannschaften und das Achtelfinale begann.

Die erste Halbzeit war zwar nicht grandios und auch nicht so kämpferisch wie das Spiel gegen Cottbus, aber Koblenz stellte die Räume in der eigenen Hälfte gut zu und der Favorit aus der ersten Bundesliga war nicht in der Lage sein Kombinationsspiel aufzuziehen oder Chancen herauszuspielen. Ein Offensivspiel gab es bei der TuS Koblenz nicht und man konnte das Gefühl bekommen, dass die TuS ab Minute 1 das Ziel Elfmeterschießen ausgegeben hatte. 45 Minuten klappte das auch durchaus gut. Die TuS hatte es tatsächlich geschafft dem Offensivdrang der Gastgeber entgegenzuwirken. Auch wenn es kein schöner Fußball war, das Ergebnis war absolut respektabel und ich hätte nie damit gerechnet, dass die TuS in der Lage ist dieses 0:0 eine Halbzeit lang zu halten!
Und so keimte bei mir, und sicherlich nicht nur bei mir, irgendwie die Hoffnung auf, dass da heute doch etwas gehen könnte. Vielleicht ein abgefälschter Ball oder irgendein anderes Duseltor, von mir aus auch ein ungerechtfertigter Elfmeter oder ein Eigentor. Alles gerne genommen.
So ging die Halbzeit relatitv fix um und man wartete auf das, was denn kommen möge.

Und es kam etwas. Hoffenheim at its best. Ich mache es kurz. Die TuS Koblenz musste in der 50.Minute den 0:1 Rückstand durch einen Freistoß von Salihovic hinnehmen und ab diesem Zeitpunkt war das Spiel eigentlich gelaufen. Die TuS musste nun ja irgendwie ein Tor erzielen, was dem Bundesligisten die nötigen Räume bot, um das Ergebnis nach oben zu schrauben. Wenngleich man sagen muss, dass die TuS jetzt nicht wirklichen Offensivdrang entwickelte. Die Einwechslungen von Langen, Njazi Kuqi und Müller brachten letztlich auch keine Verbesserung im Spiel. Gut war aber, dass Melinho ausgewechselt wurde. Ein Schönwetterfußballer der allerbesten Art. Die Art Spieler klebt an Koblenz wie Fliegen an Pferdescheiße!

Das 2:0 war dann der absolute Nackenschlag. Wie eine Jugendmannschaft wurde die Koblenzer Defensive ausgespielt und Ibisevic konnte den Ball locker an David Yelldell vorbei flach ins lange Eck schieben. Jo, Abend gelaufen. Das 3:0 kurz darauf und das 4:0 in der Schlussminute waren dann einfach nur noch Demontage. Die Hoffenheimer führten die Koblenzer zeitweilig vor und das Schlimme daran ist, dass sie es einfach nur konnten. Sie versuchten es nicht nur, nein sie taten es!
Ganz bittere Nummer!

Die Stimmung im Block war meiner Ansicht nach durchwachsen, wurde aber durch das Dach soweit aufgebessert, dass man, wenn man denn im singenden Teil des TuS-Anhangs, der leider trotz der zahlreichen Anwesenden relativ klein war, schon teilweise eine relativ gute Lautstärke mitbekam.
Als ich zu Spielbeginn in den Sitzplatzblock, der unter dem Stehplatzbock im Gästebereich der Rhein-Neckar-Arena angesiedelt ist, war – hier ein Dank an meinen ganz speziellen “Ordner des Tages” :-) – und fast der komplette Oberrang “Auswärtsieg” oder “hier regiert die T u S” skandierte, lief es mir wirklich kalt den Rücken herunter. Das war schon klasse und sicherlich ein Highlight.

Klar ist, dass ich absofort immer für den Oberrang bin, egal wo man spielt. In Hoffenheim ist es ja kein richtiger “Oberrang”, da nicht abgetrennt, aber das sah schon klasse aus, wie oben unter dem Dach die freien Plätze nur in den Ecken noch erkennbar waren. Von der Lautstärke her ist da oben so oder so besser.

Nunja, die Themen Rhein-Neckar-Arena und TSG Hoffenheim sind jetzt auch erstmal wieder vorbei. Vielleicht irgendwann nochmal im DFB-Pokal.

Detaillierte Spielberichte gibt es wie immer von

Alles rund um das Spiel und natürlich auch die Möglichkeit fleißig zu diskutieren findet man natürlich im Diskussionsthema zum Spiel im Schängelland.

Bilder vom DFB-Pokal-Achtelfinale zwischen der TSG Hoffenheim und der TuS Koblenz gibt es wie immer im Bilderbuch des Schängelland-Forums. Dazu hier noch meine eigenen Bilder.

Ganz am Ende möchte ich noch erwähnen, dass ich nach dem Spiel von einem TuS-Fan angesprochen wurde, was denn auf den T-Shirts draufstand, die zu Beginn der zweiten Hälfte präsentiert wurden.

Der Spruch lautete ..

Den Sport bewahren – das Geschäft zerschlagen!

Es wäre mir Recht, wenn der Mann mich vielleicht mal kontaktieren könnte, da ich das Gespräch nach einmaligem Drüber-Schlafen so nicht stehen lassen will. Es handelt sich dabei um einen Koblenzer, der in der Nähe von Sinsheim wohnt und bei SAP oder “mit SAP” arbeitet. Wenn jemand weiß, wen ich meine, wäre es super, wenn mir das irgendwie zugetragen werden könnte bzw. die Person einfach mit mir in Kontakt tritt.
Danke.

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Kommentare

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