C-Jugend: TuS Koblenz III besiegt Rhens

Am Montag Abend stand das Nachholspiel der in der C-Jugend Kreisklasse zwischen der TuS Koblenz III und dem TuS Rhens auf dem Spielplan. Die TuS Koblenz III ist, wenn ich das heute richtig verstanden habe, der 97er-Jahrgang der TuS Koblenz und tritt somit in der Kreisklasse gegen teilweise 3 Jahre ältere Spieler an.
Ich kam heute wenige Minuten zu spät am Koblenzer Jahnplatz an, verpasste aber glücklicherweise keine wichtigen Spielszenen. Der folgende Bericht liest sich eventuell etwas eintönig, aber letztlich ist von einem 11:0 Sieg gegen den TuS Rhens auch nichts anderes zu erwarten.

Nachtrag
Auf der Homepage der U13 wird das Ergebnis mit 12:0 angegeben. Ich würde fast behaupten, dass ich mich nicht verzählt habe, so dass das Tor in den ersten Minuten gefallen sein muss, in denen ich noch nicht vor Ort war.

Es schien so, als bräuchten die, in jedem Mannschaftsteil mindestens einen Kopf kleineren, Koblenzer etwas Anlaufzeit, um richtig ins Spiel zu finden. So kam es nach einer ruhigen Anfangsphase ab Minute 12 zu ersten mehr oder weniger torgefährlichen Szenen. Zunächst konnte eine etwas undurchsichtige Situation im Rhenser 5m-Raum noch von der Gästeabwehr geklärt werden. In der folgenden Szene kombinierten sich die Koblenzer nach einem schnell ausgeführten Freistoß aus der eigenen Hälfte über die Flügel an den Rhenser Strafraum und verpassten per Weitschuss das Tor knapp. Das Spiel war zwar bereits bis zu diesem Zeitpunkt einseitig gewesen, aber nun kippte das Spiel vollends in die Rhenser Hälfte. Der Koblenzer Torwart war nicht zu beneiden, denn seine geschätzten 5 Ballkontakte nach Rückpässen sind nun für einen Tormann nicht das Gelbe vom Ei.
In der Folge erspielten sich technisch sehr versierte Koblenzer Chance um Chance. Zunächst fehlte noch die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor bzw. der konsequente Abschluss. So wurde schon mal vor dem leeren Tor der Ball nochmals quer gespielt, anstatt ihn einfach in die Maschen zu jagen (18.). Aber auch der Gästetorwart war in dieser Phase gut aufgelegt und klärte den ein oder anderen Schuss (19.,21.). Die TuS hatte nun Tormöglichkeiten im Minutentakt und so war es letztlich nur eine Frage der Zeit bis der Ball das erste Mal im Netz einschlug. Das Tor zeigte die ganze Stärke der Koblenzer. So kombinierten sie sich in den Strafraum und versenkten den Ball abgeklärt flach im Netz (23.).

In de 27.Minute erzielte die TuS dann nach einem Freistoß aus 20m, den der Rhenser Torwart unglücklich durch die Hände gleiten ließ das 2:0. Nachdem der Pechvogel den Ball im Anschluss frustriert über den Zaun auf den Parkplatz am Oberwerth schoss, erhielt er vom Schiedsrichter zu Recht die gelbe Karte und war damit bereits mehr als bedient.
Danach war der Damm gebrochen und Rhens bracht förmlich ein. Ein Punkt war soweit entfernt, dass wahrscheinlich die Lust auch etwas schwand. Die TuS Koblenz konnte in der Folge noch vor der Pause auf 4:0 erhöhen. Das 3:0 war ein Tor der Marke “Traumtor”. Aus gut 30 Metern traf ein Koblenzer Mittelfeldspieler den Ball perfekt und schoss in über den Torwart hinweg in den langen Winkel (32.). Das 4:0 resultierte dann wiederum aus der absoluten Überlegenheit der Koblenz hinsichtlich Schnelligkeit und technischer Stärke. Ein schnell und kompromisslos vorgetragener Angriff über den linken Flügel wurde mit einem Schlenzer ins lange Eck mustergültig abgeschlossen (34.). Quasi mit dem Pausenpfiff konnte sich der Rhenser Schlussmann dann nochmals beweisen, als er einen Freistoß gut parierte und zur Ecke klärte.

Nach Wiederanpfiff berührte der neu eingewechselte Torwart der TuS Koblenz glaube ich einmal den Ball. Das beschreibt ganz gut, wie die zweite Hälfte des Spiels aussah.
Bereits kurz nach Wiederanpfiff drückten die in Blau-Schwarzen auf das nächste Tor. Nach einem zu kurzen Abstoß des Rhenser Torwarts, konnte dieser einen Torschuss nicht ausreichend klären, so dass ein Koblenzer den Ball nur noch zum 5:0 in die Maschen schieben musste (40.). Die Lust am Spiel schwand bei den Gästen und das machte es für die nun locker aufspielenden Gastgeber noch leichter zum Torerfolg zu kommen, wenngleich das 6:0 aus Minute 42 aus einer klaren Abseitsposition heraus erzielt wurde. Nach einer Flanke von der rechten Seite wurde der Ball unzureichend geklärt. Der verzogene Nachschuss wäre weit am Tor vorbeigegangen, aber am langen Pfosten stand ein Koblenzer vollkommen frei – und im Abseits – und schob den Ball über die Linie. Die TuS hatte, wie bereits gegen Ende der ersten Hälfte, Torgelegenheiten im Minutentakt und Rhens konnte froh sein, dass sie nicht 20 Tore eingeschenkt bekamen. Der nächste Treffer war etwas kurios. Der Torwart stand aus mir nicht ganz erklärlichen Gründen etwa 14 Meter vor seinem Tor und konnte nach schlechter Abwehrarbeit einen Volleyschuss aus etwa 20 Metern, der halbhoch an ihm vorbeiflog, nicht mehr erreichen, so dass dieser ungehindert ins Tor trudelte (47.). Quasi direkt nach Wiederanpfiff eroberten die Koblenzer den Ball und flankten ihn von der linken Außenbahn über die Rhenser Abwehr hinweg. Ein Koblenzer Stürmer nahm ihn sicher an, stand allein vor dem Tormann und schob den Ball ungehindert ins rechte untere Eck ein (49.). Der Tormann zeigte hier keinerlei Reaktion und hatte sichtlich keine Lust mehr auf Fußball. In der Folge verpasste die TuS die Führung weiter zu vergrößern und vergab gute Chancen (55., 56., 59.). Nach einer Viertelstunde ohne Tore und ohne erwähnenswerten Rhenser Ballbesitz dann das nächste kuriose Tor. Ein hoher Ball in den 16er wurde von den Rhensern komplett verpasst, so dass ein Koblenzer den aufgesprungenen Ball per Kopf aus 6m über den Torwart hinweg lupfte und zum 9:0 traf (65.). In der Schlussphase schafften die Gastgeber vom Oberwerth dann noch das zweistellige Ergebnis.
Zunächst schoss ein TuS-Spieler den Ball aus etwa 10m halbrechter Position ins lange Eck (67.) und zum Abschluss traf der Kapitän der somit weiterhin ungeschlagenen TuS Koblenz C-Jugend III aus 16m per gezieltem Schuss ins linke Eck zum 11:0 Endstand.

Die TuS Koblenz III ist damit mit einem Spiel weniger aufgrund der weniger geschossenen Tore Tabellenzweiter hinter dem Oberwerther Nachbarn vom TuS RW Koblenz, die allerdings bereits eine Niederlage auf dem Konto haben. Weitere Informationen findet man unter Anderem im Informationsthema zur C-Jugend II / III im Schängelland-Forum.

Als Fazit kann man sagen, dass die Spieler des TuS Rhens völlig überfordert waren, was aber nicht negativ gemeint sein soll. Die Koblenzer waren an diesem Spieltag, und sicherlich nicht nur heute, mindestens zwei Klassen besser als der Gegner. Ob solche Spiele für den Jugendsport sinnvoll sind, wage ich zu bezweifeln, aber gegen irgendwen müssen die Jungs ja auch spielen! Hier zeigt sich ganz eindeutig wie wichtig überregionale Vergleiche mit Mannschaften anderer Profivereine sind. Mich hat heute erstaunt, wie ballsicher und taktisch fortentwickelt diese kleinen Fußballer doch schon sind. Da war heute mehr taktisches Verständnis in der Mannschaft als bei manchem Senioren-Kreisligisten. Da kann man nur einen riesigen Hut vor den Leistungen der Koblenzer Trainer, ich sage bewusst nicht “des Trainers”, ziehen. In teilweise wirklich schwierigen Situationen wird hier definitiv hervorragende Arbeit geleistet. Da können Einzelpersonen von mir aus auch etwas anderes sagen. Ich gehe nun seit mittlerweile Jahren Jugendspiele gucken und kann durchaus von mir behaupten, dass ich Entwicklungen unterschiedlicher Jahrgänge und Spieler mitverfolgt habe und teilweise auch bewerten kann.

Ich gehe immer wieder gerne zu solchen Spielen, weil es mir zeigt, dass es mehr guten Fußball gibt, als in Liga 2. Auch bzw. gerade die Kleinen im Verein haben Spaß am Sport und zeigen wirklich ansehnlichen Fußball. Und darum geht es doch, oder?

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