Nach dem Stadtderby gegen Germania Metternich ging es heute im alten Oberligaderby zum TuS Mayen. Auch wen heute “nur” die beiden zweiten Mannschaften des TuS Mayen und der TuS Koblenz aufeinandertrafen, war das Spiel dennoch aus Sicht der Koblenzer Anhänger einer der Höhepunkte der diesjährigen Bezirksligasaison.
Wie viele Koblenzer letztlich auf dem Kunstrasenplatz am Nettetal-Stadion in Mayen anwesend waren ist schwer zu sagen, aber mir schienen es schon mehr als 80 zu sein, die der TuS beim TuS Mayen II die Daumen drückten.
Der Platz an sich ist in schlechtem Zustand. Liegt wohl auch einfach daran, dass er seine besten Zeiten aufgrund seines Alters einfach schon hinter sich hat. Mayen hin, Mayen her .. den Spielern, die auf diesem Platz ihrem Sport nachgehen kann man nur wünschen, dass der Platz besser heute als Morgen einen Nachfolger erhält.

Aber kommen wir zum Spiel. Die Gastgeber aus Mayen begannen gut und versuchten vom Anpfiff an die TuS in der eigenen Defensive zu beschäftigen. So kamen die Eifelaner in den ersten Minuten zu mehreren kleinen Torgelegenheiten, die aber alle letztlich keine ernsthafte Gefahr für das Tor von Dieter Paucken darstellten. Nichtsdestotrotz waren die Koblenzer zu Beginn erstmal darauf bedacht den Anfangsdruck der Mayener zu überstehen und nicht auf dem extrem glitschigen Kunstrasen durch eine Unachtsamkeit früh in Rückstand zu geraten. Erst in der siebten Minute kam Koblenz erstmals vor das Mayener Tor, der Schuss von Dogan Cevik war aber zu schwach und unplatziert, um den Torwart in Bedrängnis zu bringen.
Urplötzlich stand es dann 1:0 für die heute in roten Trikots spielenden Gäste. Timo Schlabach hatte den Ball aus etwa 25 Metern von der rechten Seite einfach mal hoch auf das Tor gebracht und überraschte den Heimtormann damit auf dem falschen Fuß. Der Ball passte perfekt und so war die TuS dann trotz eines langsamen Starts früh in Führung. Mayen schien den Rückstand erstmal verdauen zu müssen und die TuS kam besser ins Spiel. Nach einer schönen Aktion von Oliver Laux und Jan Hawel traf Ersterer den Ball aus 18 Metern nicht richtig und verpasste das Tor somit klar. Die TuS war nun aber die bessere Mannschaft, wobei Mayen jederzeit gut dagegen hielt und vor allem in puncto “Kampf” klare Pluspunkte sammelte. Die spielerische Überlegenheit der Koblenzer war auf diesem Platz sowieso nicht ausschlaggebend, so dass es nur über den Kampf ging. Koblenz nahm das Spiel aber sehr gut an und so neutralisierten sich die Mannnschaft Mitte der ersten Hälfte weitestgehend.
Nach einer guten halben Stunde hatten die Hausherren dann die nächste gute Gelegenheit, aber der letzte Pass bzw. der eigentliche Torabschluss hatten waren dann doch nicht gut genug.

Kurz vor dem Pausenpfiff war dann erneut Timo Schlabach zur Stelle. Mit einem wunderschönen Schlenzer in den linken Winkel markierte er zur perfekten Zeit die 2:0 Führung. Sicherlich eine gute Ausgangslage für die zweite Hälfte.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Mayener stark aus der Kabine und schien eine intensive Halbzeitansprache hinter sich zu haben. Koblenz wurde oftmals gut unter Druck gesetzt und so war es folgerichtig und auch durchaus verdient, dass die Heimmannschaft nach guten ausgelassenen Chancen (47.,52.) in Minute 53 zum Anschlusstreffer kam.
Nach einem ruhigen und kontrollierten Passspiel aus der eigenen Defensive heraus, waren die Koblenzer jederzeit einen Schritt zu spät und mussten nach einer Flanke und dem anschließenden Kopfball das Gegentor schlucken.

Direkt nach dem Anpfiff kam es zu einer Freistoßsituation für Koblenz. Der Kopfball ging aber knapp am linken Pfosten vorbei, so dass die Chance auf den Nackenschlag für die Mayener verpasst wurde. Aber auch Mayen kam direkt wieder in die Offensive. Ein Weitschuss wurde zur Ecke abgewehrt, die danach aber nichts einbrachte. Mayen war in der Folge die bessere Mannschaft und man hatte das Gefühl, als ob Koblenz das Spiel nur noch nach Hause bringen wollte. Mitte der zweiten Hälfte hatte die TuS dann noch eine gute Chance, als nach einem Freistoß von der Eckfahne der zweite Ball per Direktabnahme und Aufsetzter knapp am Mayener Kasten vorbei ging (67.). Das war es dann aber für lange Zeit mit Koblenzer Torchancen.
Der TuS Mayen wollte nun unbedingt den Punkt und hatte auch gute Gelegenheiten. Ein Schuss aus knapp 16 Metern ging nur haarscharf am rechten Pfosten vorbei. Dieter Paucken wäre aber wohl zur Stelle gewesen.

Eine Viertelstunde vor Schluss wurde es dann hektisch. Nachdem Patrick Schmidt (war er das?) bereits zuvor die gelbe Karte gesehen hatte, musste er nach einem Foul im Laufduell mit einem Mayener an der Seitenlinie mit gelb-rot vom Platz. War aus meiner Perspektive durchaus berechtigt. Mayen also nun in Überzahl, aber für nicht mal eine Minute. Nachdem ein TuS-Spieler den Ball im Mittelfeld erobert hatte grätschte ein Mayener ihm von seitlich hinten in die Beine und sah vom, teilweise etwas chaotisch wirkenden Schiedsrichter (da kommen wir gleich noch zu), glatt rot. Damit war die Überzahl verspielt und das Spiel ging weiter wie zuvor. Mayen drückte extrem stark und kam in der 83.Minute zur Riesenchance auf den Ausgleich. Ein Schuss von der rechten Ecke des Strafraums traf den linken Pfosten und sprang aus der Gefahrenzone heraus. Der Ausgleich wäre zu diesem Zeitpunkt absolut verdient gewesen. Nur zwei Minuten später konnten sich die Koblenzer bei ihrem Schlussmann bedanken. Dieter Paucken lenkte einen starken Fernschuss mit einer tollen Parade noch zur Ecke über das Tor.

Koblenz schlug den Ball jetzt nur noch aus den eigenen Reihen heraus und kam dann in der Nachspielzeit plötzlich durch Jan Hawel zu einer Konterchance. Hawel erreichte unter Bedrängnis den 16-Meter-Raum und wurde dann von einem Mayener Defensivspieler innerhalb des Strafraums gefoult. Der Schiedsrichter zeigte auch sofort auf den Elfmeterpunkt (oder sollte das die Richtung angeben, in die der Freistoß auszuführen sei? Unfug!), gab dem Mayener die gelbe Karte und dann wurde es kurios. Der Mayener legte den Ball zum Freistoß hin und der Schiedsrichter änderte anscheinend seine Meinung. Es gab also Freistoß von der 16er-Kante. Beim besten Willen. Die Aktion war aber sowas von deutlich im Strafraum, da ist mir völig unklar, was der Pfeifenmann da gesehen haben will. Der anschließende Freistoß war wiederum sensationell. Die Mauer stand geschätze 3,50m vom Ball entfernt und der Mann in gelb sah keinerlei Veranlassung die Mauer auch nur einen Meter nach hinten zu schicken. Der Freistoß wurde kurz ausgeführt und Eike Mund holte noch einen Eckball heraus. Dem Schiedsrichter war es dann aber wohl genug und so endete ein kampfbetontes Derby, wie bereits das Hinspiel, mit 2:1 für die einzig wahre Mannschaft: die TuS Koblenz!

Ein hartes Stück Arbeit, aber das interessiert mich jetzt schon nicht mehr.

Mehr zum Spiel TuS Mayen II gegen TuS Koblenz II gbt es wie immer in der Spieltagsdiskussion.
Nach einem Unendschieden von Oberwinter und dem Sieg von Metternich gegen Emmelshausen ist die TuS nun mit einem Spiel weniger (Nachholspiel am 20.Dezember gegen Emmelshausen) und zwei Punkten Vorsprung auf den, bisher noch ungeschlagenen, Tabellenzweiten aus Metternich Tabellenführer der Bezirksliga Mitte!

Das nächste Spiel der TuS Koblenz II findet am kommenden Freitag gegen Boppard statt. Überschneidet sich leider mit dem Spiel der Profimannschaft in Kaiserslautern, so dass es keinen Spielbericht geben wird.
Im Hinspiel gegen Boppard riss die Siegesserie der zweiten Mannschaft. Das Ergebnis am vierten Spieltag war ein 1:1.

Fotos vom Spiel findet man auch im Bilderbuch und auch ich selbst hab das ein oder andere Bild vom heutigen Tag gemacht.

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