Jahreshauptversammlung des DKF, Interview

Wie bereits kurz angedeutet, findet am 31.August 2010 um 19.11 Uhr die erste Jahreshauptversammlung des Dachverbands Koblenzer Fanclubs, kurz DKF, in den Räumen des Königsbacher Brauereiausschanks statt.

Die Mitglieder werden nach dem ersten Jahr des Bestehens die folgenden Tagesordnungspunkte abarbeiten und versuchen den Dachverband in ein erfolgreiches zweites Jahr zu schicken.

Tagesordnung

  1. Eröffnung und Begrüßung der Mitglieder
  2. Feststellung der satzungsgemäßen Einberufung der Mitgliederversammlung
  3. Ernennung eines Protokollführers/einer Protokollführerin
  4. Ernennung eines Stimmzählers/einer Stimmzählerin
  5. Erläuterung des Stimmrechts und Bekanntgabe der Stimmanzahl je Mitglied
  6. Bericht des 1. Vorsitzenden
  7. Bericht des Kassierers
  8. Vorstellung des Jahresberichtes des abgelaufenen Geschäftsjahres
  9. Bericht der Kassenprüfer
  10. Aussprache
  11. Entlastung der Kassenprüfer
  12. Entlastung des Vorstandes
  13. Neuwahl des Jugendvertreters
  14. Festsetzung der Mitgliedsbeiträge
  15. Satzungsänderungen/Vorschläge des Vorstands
  16. Satzungsänderungen/Anträge von Mitgliedern
  17. Aussprache/Verschiedenes

Der Vorstand des Dachverbands hat die Mitglieder frühzeitig eingeladen und der Einladung ausführliche Erläuterungen zu vorgeschlagenen Satzungsänderungen hinzugefügt. In meinen Augen ein vorbildliches Verhalten, was die Arbeit des Vorstands im Bezug auf die Vorbereitung der Jahreshauptversammlung absolut transparent darstellt. Eine tolle Sache.

Im Bezug darauf bedanke ich mich beim Schriftführer Christian Krey, der ein paar Minuten zur Beantwortung einiger Fragen diesbezüglich geopfert hat.

Hallo Christian, du bist im letzten Jahr zum Schriftführer das DKF gewählt worden. Hattest du Erfahrung mit der Arbeit in einem Vereinsvorstand?

Leider, oder Gott sei Dank, überhaupt keine. Ich musste das alles auf mich zu kommen lassen und hatte im Prinzip keinerlei Vorstellung davon, was mich in der Praxis letztendlich erwartet. Ich bin da insgesamt sehr aufgeschlossen rangegangen, andere bekommen das ja schließlich auch hin! Also konnte es ja auch keine unlösbare Aufgabe sein. Wobei eine große Portion Respekt vor den ganzen formellen Dingen die in einem Verein anfallen schon vorhanden war. Mittlerweile weiß ich dass das Ganze kein Hexenwerk ist. Man muss sich halt nur rantrauen.

Wie bist du an die Vorbereitung auf deine dann ja erste Mitglieder- bzw.
Jahreshauptversammlung als Organisator herangegangen?

Ich habe mir im Grunde nur die Organisation bzw. die Einladungen der letzten TuS Koblenz Mitgliederversammlungen angesehen. Es hat sich die letzten zwei, drei Jahren einiges getan, das vorab. Aber unterm Strich macht man es am besten genau anders wie die TuS, denn viel mehr falsch machen kann man eigentlich nicht. Letztendlich steht am Anfang schon eine Art “Konzept”, dass dann immer feiner bzw. konkreter wird. Dann muss man natürlich das Jahr Revue passieren lassen. Sprich: Welche Themen müssen angesprochen werden, gibt es Änderungen im BGB oder im Vereinsrecht die Auswirkungen auf die Arbeit des e.V. haben, welche Bedürfnisse könnten die Mitglieder haben, etc.! Insgesamt ist das schon nicht so einfach, schließlich kann der kleinste Formfehler bereits dazu führen, dass es Probleme geben kann. Mit den Mitgliedern, mit dem Amtsgericht, mit (eigentlich unbeteiligten) Dritten. Und schließlich muss man sich auch fragen, was man sich selber von dieser Mitgliederversammlung verspricht. Möchte man, dass die Mitglieder zu allem “Ja” und “Amen” sagen und der ganze Spaß in einer halben Stunde vorbei ist oder möchte man vielleicht Diskussionen anstoßen und die Mitglieder zum Mitarbeiten animieren.

Denkst du, dass Transparenz in einem Verein das höchste Gut ist?

Es ist zumindest eine der Grundvoraussetzungen für ein ordentliches Arbeiten. Am Beispiel der Mitgliederversammlung sieht man, wie im Vorfeld ganz gezielt diese Transparenz geschaffen werden kann. Wenn man weiß was im Verein ansteht, wenn man gewisse Dinge im Vorfeld erklärt bekommt, wenn man sich als Mitglied eingebunden fühlt, … dann ist alles andere eigentlich ein Selbstläufer. Wenn der Vorstand im stillen Kämmerlein Sachen beschließt und diese ohne Rücksicht auf die Mitgliederinteressen durchsetzt oder angebotene Hilfe nicht annimmt, kann die Arbeit nicht funktionieren. Es muss immer eine ehrliche Kommunikation mit den Mitgliedern geben. Ein aktuelles Beispiel ist die Vorstellung der Kandidaten zum Jugendvertreter im DKF-Vorstand. Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, die Kandidaten im Vorfeld bekannt zu machen und auch vorzustellen. Es soll ja schon vorgekommen sein, dass man am Abend der Mitgliederversammlung der TuS nicht wusste
wer gleich als Präsident kandidiert. Ein Unding. Sowas wird es bei uns nicht geben.
So werden wir wie gesagt in Kürze die Kandidaten vorstellen, damit man sich im Voraus ein Bild machen und Fragen überlegen oder sogar schon stellen kann.

Aber auch unabhängig von der JHV: Wer irgendwas wissen will, wer irgendeine Frage hat: Immer her damit! Jeder erhält zu allem eine ehrliche Auskunft. Nur so kann man Spekulationen und Irritationen entgegentreten. Wenn ich natürlich nicht weiß was “die da oben” machen ist Ärger quasi vorprogrammiert. Klar, man kann nicht immer zu allen Themen die Mitglieder vollumfänglich informieren. Aber dafür ist ein Vorstand ja auch da, er vertritt ja die Interessen der Mitglieder und sollte so auch ein gewisses Vertrauen genießen. Aber ohne Transparenz geht erstmal gar nichts. Man konnte und kann ja am Beispiel der TuS sehen welches “Chaos” aufkommt, wenn Transparenz eben nicht geschaffen wird.

Wo siehst du persönlich die Zukunft des Dachverbands?

Der Dachverband ist in meinen Augen eine große Chance für die Koblenzer Fanszene. Leider, und das muss man ehrlicherweise zugeben, gibt es immer noch viel zu viele Grabenkämpfe unter den verschiedenen Fanclubs. Die wird es auch immer geben, schließlich hat jeder Fanclub seine eigenen Interessen, bzw. eine andere Ideologie wie er das “Fan-sein” ausleben möchte. Aber in den grundlegenden Dingen müssen die Mitglieder an einem Strang ziehen. Wenn uns dies mittelfristig gelingt, ist der DKF eine Institution die man nicht einfach mal so überhören kann. Aber daran muss weiter gearbeitet werden. Konkret heißt das, dass die Mitglieder der Fanclubs aktiver werden müssen. Karteileichen braucht kein Mensch! Der DKF besteht nicht aus fünf Vorstandsmitgliedern sondern aus ca. 850 Persönlichkeiten, die alle gerne helfen können das “Projekt” Dachverband
zu verbessern.

Noch ein paar letzte Worte?

Kritisch bleiben! Das finde ich persönlich ganz wichtig. Nicht einfach alles hinnehmen wie es ist, sondern die verschiedenen Vorgänge hinterfragen und dann auch mal unbequeme Rückfragen stellen. Es bringt nichts, wenn wir alles als gegeben hinnehmen oder uns die Dinge schönreden. Es gibt genug Leute, die nichts mehr aufregt. Das ist genau der falsche Weg. Resignieren ist im Vereinsleben tödlich. Wenn irgendwas querläuft: Finger in die Wunde legen und nachbohren. Nur so werden die Verantwortlichen, egal ob bei der TuS, beim DKF oder in irgendeinem anderen Verein, auf die Probleme aufmerksam und müssen an der Lösung derer arbeiten. Fehler passieren überall. Nur man muss aus diesen lernen. Einfach dranbleiben!

Danke.

Ich selbst kann nur jedem raten sich mal zu informieren und Mitglied im Dachverband zu werden, sofern man Interesse daran hat aktiv dabei zu sein, wenn es um die Weiterentwicklung der Koblenzer Fanszene geht. Nicht nur Fanclubs können Mitglied werden, sondern in der Satzung sind auch Einzelmitgliedschaften verankert. Ich bin zum Beispiel mittlerweile auch ein Einzelmitglied.
Man muss das sicherlich nicht sein, aber je nachdem, ob man sich abseits vom Stadion engagieren oder auch einfach nur ein Gemeinschaftsgefühl aufschnappen will könnte es für einen interessant sein. Probiert es aus. :-)

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Kommentare

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