Schwache U23 verliert in Kyllburg
Besser spät als nie der Bericht vom 3.Spieltag der TuS Koblenz U23 in der Rheinlandliga.
Am vergangenen Samstag stand das dritte Spiel der Rheinlandligasaison 2010/2011 auf dem Programm. Nachdem ich beim Heimsieg gegen den SV Dörbach leider nicht anwesend sein konnte, musste das Auswärtsspiel bei der SG Kyllburg/Badem/Gindorf schon aufgrund der Entfernung aber auf jeden Fall angegangen werden. Knapp 250 Kilometer standen also an diesem Samstag auf dem Plan und dafür sollte man dann doch sicherlich mit Wunderfußball vom Feinsten belohnt werden.
Den Traum konnte man leider nicht allzu lange träumen, denn von Beginn an merkte man schon, dass das ein haariges Spiel werden würde. Dass die TuS am Ende als Verlierer vom Platz gehen sollte, hätte ich aber beim besten Willen nicht gedacht.
Dabei begann das Spiel recht gut für die TuS Koblenz U23. Der Gastgeber aus Kyllburg war merklich nervös und die TuS hatte keine Probleme das Spiel zu kontrollieren. Wirklichen Offensivdrang konnten die Mannen von Trainer Colin Bell aber auch nicht entwickeln.
So waren die Koblenzer in den ersten 20 Minuten zwar die aktivere Mannschaft, ohne aber wirkliche Torchancen herausspielen zu können. Ein Schuss von Serkan Göcer ging weit am linken Pfosten vorbei (14.), Sören Klappert wurde im Strafraum in letzter Sekunde von zwei Gegenspielern am Schuss gehindert (16.) und kurz darauf wurde ein Schuss von Sören Klappert zur Ecke abgefälscht (17.).
Es war die beste Phase der TuS Koblenz, die in Minute 18 fast in Führung gegangen wäre. Nach einem hoch in den Lauf von Jan Hawel gespielten Ball von Tobias Dahm nahm der Koblenzer Stürmer den Ball mit, zog in Richtung Tor, verfehlte das lange Eck aber um einige Zentimeter.
Das Spiel verlief so vor sich hin bis der Kyllburger Timo Heinz sich ein Herz nahm, aus knapp 25 Metern einfach mal drauf hielt und den Ball so ins linke lange Eck des Koblenzer Gehäuses beförderte. Ob André Weis, der in diesem Spiel Spielpraxis erhielt, den Ball hätte halten können weiß ich nicht. Die Flugbahn des Balles war schon sehr wirr, so dass ich ihm da keinerlei Schuld anhaften möchte.
Der Rückstand aus heiterem Himmel schockte die Koblenzer und die SG Kyllburg/Badem kam besser ins Spiel und war bis zum Seitenwechsel auch die bessere Mannschaft. Noch vor der Pause reagierte Colin Bell und wechselte Tobias Dahm aus und brachte Sascha Breitbach für die linke Abwehrseite. Der Wechsel war wohl eher ein Zeichen, als eine “Strafe” für eine schlechte Leistung Dahms. Der war nicht schlechter als alle anderen auch.
So oder so kam die TuS vor der Pause noch zu einer Ecke von der rechten Seite. Tobias Bauer schlug diese an den kurzen Pfosten, wo sich der Kapitän Sebastian Hahn in der Luft durchsetzen und den Ball aus fünf Metern ins Netz köpfen konnte (41.).
Mit diesem merkwürdigen 1:1 ging es dann auch in die Halbzeitpause.
Die Ansprache von Colin Bell hatte aber die gegenteilige Wirkung. Denn bereits in Minute 53 lagen die Koblenzer erneut zurück. Nach einem Ballverlust durften die Kyllburger völlig unbedrängt durch das Koblenzer Mittelfeld ziehen sich die Bälle zuspielen und letztlich den Ball aus 8 Metern am Tormann vorbei ins Netz schießen. Was ein Tor! Nicht grandios, sondern einfach nur erschreckend wie einfach es war.
In der Folge versuchte die TuS Koblenz U23 natürlich irgendwie das Spiel zu drehen, aber so einfach wie in der vergangenen Saison ist das in der Rheinlandliga einfach nicht mehr. Klar, auch gegen Karbach und gegen Dörbach lag man zurück, aber man kann nicht davon ausgehen, dass das jedenfalls klappen wird mit dem Sieg nach einem Rückstand.
Die TuS erarbeitete sich zwar Torgelegenheiten, aber so wirklich gefährlich war das alles nicht. In Minute 63 wurde Sebastian Hahn am Strafraum der Gastgeber gefoult, den fälligen Freistoß konnte der Heimtorwart aber zur Ecke klären.
Die weiteren Torgelegenheiten in diesem Spiel sind alle mehr oder weniger ungefährlich gewesen. Ich habe einige der Koblenzer Versuche auf Video dokumentiert und weiter unten veröffentlicht. Beim Anschauen versteht man, dass ich nicht auf jede Chance eingehen will.
Eine Viertelstunde vor Schluss hätten die Gastgeber sogar noch mit 3:1 in Führung gehen können. Doch ein Kopfball des Kyllburger Mittelstürmers ging knapp am linken Pfosten vorbei. André Weis wäre hier chancenlos gewesen.
In der vorletzten Spielminute dann noch ein Aufreger. Colin Bell hatte Sebastian Hahn als kopfballstarken Spieler in den Sturm beordert, um noch den Ausgleich zu erzielen. Als Hahn den Ball erhielt und versuchte sich an der rechten Eckfahne durchzusetzen, ging der Ball über die Torauslinie und der jugendliche Linienrichter entschied auf Abstoß. Darauf hin “beleidigte” Sebastian Hahn den Linienrichter sinngemäß mit “was bist du ein Hampelmann”.
Der Linienrichter rief den Schiedsrichter und der gab glatt rot.
Komisch? Ja. Hatte doch zuvor Kyllburgs Nummer 10 den Linienrichter klar bedroht. Seine Worte nach einem Einwurf für die TuS Koblenz U23 in Richtung des Linienrichters waren
Das ist das letzte Mal, dass ich dir gesagt habe, dass der Ball aus ist.
Die Worte kamen weder freundlich, noch leise aus dem Mund, sondern aggressiv mit angeschwollener Halsschlagader und klar drohend … wenn man denn “Hampelmann” als Beleidigung ansieht. Es geht nur um die Relation.
Der Frust und die Enttäuschung von Sebastian Hahn aufgrund dieser Zweigleisigkeit der Auslegung ist in meinen Augen demnach absolut verständlich.
So oder so, im Spiel der TuS hat mir ganz klar der letzte Wille gefehlt. Einfach mal da hingehen, wo es weh tut. Die Laufbereitschaft war in diesem Spiel nicht die, die ich in den Testspielen gesehen habe oder gar in der letzten Saison. Auch die “Profis” wie Eike Mund, Tobias Bauer oder Jan Hawel (noch der beste der drei) haben mich nicht überzeugt. Sehr deutlich ist es bei Tobias Bauer. Ob die fehlende Spielpraxis wirklich der einzige Grund für die, in meinen Augen, nicht mehr als durchschnittliche Leistung ist, wage ich nicht zu beurteilen. Ich hoffe, dass die Jungs noch die Kurve bekommen und zur Leistung der letzten Jahre aufschließen können.
Als Abschluss sei gesagt, dass ich es gerne mal sehen würde, wenn einfach mal aus 20 Metern abgezogen wird. Paul Lauer hat es am Ende des Spiels gegen Kyllburg mal versucht und schon hatte man das Gefühl der Unsicherheit beim Torhüter. Nicht den Ball ins Tor tragen, sondern einfach mal reinballern! Tor ist Tor!
Bilder vom Spiel der SG Kyllburg/Badem/Gindorf gegen die TuS Koblenz U23
Weitere Bilder vom Spiel in Kyllburg findet man wie gewohnt im Bilderbuch der Saison 2010/2011.
Videozusammenfassung vom Spiel der TuS Koblenz U23 in Kyllburg
Weitere Videos findet man im TuS Koblenz-Fan.TV von Schaengelland.de!
Wenn mir jemand einen Vimeo-Plus-Zugang schenken will (dann sind die Videos auch etwas schneller online), dann nehme ich das gerne an. ;-)
Das Spiel im Zahlen
Aufstellung
André Weis, Tobias Dahm (37. Sascha Breitbach), Sebastian Hahn, Eike Mund, Gökhan Tan, Dennis Lang, Thomas Breitbach (69. Paul Lauer), Serkan Göcer (67. John Rausch), Tobias Bauer, Jan Hawel, Sören Klappert
Tore
1:0 Timo Heinz (27.)
1:1 Sebastian Hahn (41.)
2:1 Timo Heinz (53.)
besondere Vorkommnisse
rote Karte für den Koblenzer Kapitän Sebastian Hahn, wegen “Linienrichterbeleidigung” (89.)
Zuschauer: geschätzte 250 (schwierig), etwa 25 Koblenzer
Weitere Informationen und Links
- Spieltagsdiskussion: SG Kyllburg/Badem/Gindorf – TuS Koblenz U23
- Spielbericht auf moselkicker.de
- offizieller Bericht der TuS Koblenz
- Mannschaften der Rheinlandligasaison 2010/2011
- “Vereinsheim” öffnet beim Spiel gegen Eintracht Lahnstein
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