Interview mit Thomas Haacke vom Dachverband

Nachdem die Jahreshauptversammlung des Dachverbands nun vorbei und das Protokoll veröffentlicht und zu meiner Freunde bereits häufig gelesen wurde möchte ich das erste Jahr des Bestehens des Dachverbands Koblenzer Fanclubs mit einem Interview mit dem ersten Vorsitzenden Thomas Haacke, oder aber einfach nur Buzze, abschließen.

Ich denke, dass gerade das Gründungsjahr eines Vereins oder generell einer Organisation mit Schwierigkeiten, Gegenströmen und oftmals auch hausgemachten Problemen zu kämpfen hat. Dass die Arbeit beim DKF so gut nach vorne ging, sich der Verein wirklich zu einem angesehenen Kooperations- und Diskussionspartner entwickelt hat, ist erstaunlich und lobenswert.

Im folgenden Interview liest man Worte eines TuS-Fans, die vielleicht nicht jeder Richtilinie der offiziellen Vereinsführung entsprechen. Gerade das macht Personen und deren Arbeit und Einsatz authentisch und im Normalfall kann man sich mit diesen Personen und dem was sie verkörpern besser identifizieren, als mit künstlich aufgeplusterten Charakteren.

Ich danke im Voraus für dieses, in meinen Augen sehr gelungenes, Interview und wünsche nun viel Spaß beim Lesen.

Hallo Buzze, am Dienstag war nun die erste JHV des Dachverbands. Warst du ein wenig nervös vor dem Beginn? Immerhin deine erste JHV als Versammlungsleiter.
Sicher ist man bei seiner ertsen Sitzung als Versammlungsleiter nervös. Man weiß ja nie, was so alles auf einen zukommt. Auch macht man sich im Vorfeld einer solchen Sitzung seine Gedanken, ob überhaupt Leute kommen oder ob sie einem gegenüber gut gestimmt sind. Aber im nachhinein kann ich sagen, dass es sehr viel Spaß gemacht hat diese Sitzung zu leiten und zu Ende zu bringen, auch wenn der eine oder andere Holperer drin war. Aber keiner ist perfekt.

Knapp 40 Personen haben sich in den Räumen der Königsbacher eingefunden. Was sagst du zu dieser Zahl?
Ich bzw. wir als Vorstand sind von dieser Zahl sehr enttäuscht. Man macht sich wie schon gesagt seine Gedanken, aber dass man dann doch teilweise so enttäuscht wird, das ist schon hart. Klar ist, dass der Termin lange bekannt war und es die größten Fanclubs mal gerade geschafft haben mit der maximalen Zahl der Deligierten zu erscheinen. Es war von Anfang klar, dass alle Mitglieder eingeladen wurden. Das bedeutet, dass die Köningsbacher an diesem Abend aus allen Nähten hätte platzen können, wenn alle ca. 840 Mitglieder anwesend gewesen wären. Aber dies sind Wunschvorstellungen. Mir hätten ein paar mehr schon gereicht.

Auch der komplette Vereinsvorstand der TuS Koblenz war anwesend, allerdings nicht in offizieller Funktion, sondern als Einzelmitglieder des Dachverbands. Wie stehst du dazu?
Ich finde es ok, dass sich das Präsidium der TuS bereit erklärt hat, Einzelmitglied im DKF zu werden. Dies zeigt uns, dass unsere Arbeit geschätzt wird. Klar macht man sich am Anfang Gedanken, ob das alles so gut ist, wenn Vereinsvertreter Mitglied in einem Dachverband für Fanclubs werden. Auf der anderen Seite sind aber auch sie einfache Fans. Wir finden es einfach gut und es freut uns. So sind auch die Wege zum Präsidium kürzer geworden. :-)

In deinem Jahresbericht hast du viele, vom DKF durchgeführte, Aktionen aufgelistet. Was war für dich der DKF-Höhepunkt im abgelaufenen Jahr?
Die absoluten Höhepunkte waren für mich persönlich der Hallen-Kick, wegen der Atmosphäre, und die Spendenaktion für Haiti, weil die innerhalb von Stunden auf den Beinen stand. Auch die ersten Busse vom DKF zu den letzten Spielen der TuS in Liga zwei. Klar, ich könnt jetzt alle aufzählen, da jede Aktion ihren speziellen Charakter hat. Es waren schon viele schöne dabei.

Das Potential in Koblenz ist größer als mancher denkt. Wo siehst du den Dachverband am 31.08.2011?
Schwer zu sagen. Wir hoffen natürlich, dass wir uns noch breiter aufstellen können, damit an uns als “Stimme der Fans” keiner mehr vorbei kommt. Man sieht, dass wir viel bewegen können. Wir wollen bewegen und durch die Unterstützung von ca. 840 Menschen hat man schon eine gewisse “Macht”. Wir wollen ein transparentes Sprachrohr von Fans für Fans sein. Uns im Vorstand liegt sehr viel an diesem Dachverband. Wir wollen, dass er zu einer Institution wird. Eine Institution, die jeder der ins Stadion geht kennt und auch weiß “da ist eine Anlaufstelle für mich als Fan, wenn ich ein Problem habe”. Dies wird noch viel zu wenig genutzt. Leider!
Stattdessen diskutiert man sich in verschiedenen Foren den Kopf dumm, anstatt einfach mal eine E-Mail an uns zu schreiben. Wir wollen was ändern, was tun. Aber wenn kein Input von außen kommt, dann wird das schwierig. Der DKF sind nicht nur wir fünf im Vorstand, sondern alle Fanclubs und Einzelmitglieder.

Wenn du drei Dinge im Umfeld der TuS Koblenz ändern könntest, was würdest du tun?
Nur drei? Schade, mir fällt da mehr ein.
Aber am wichtigsten ist mir, dass man mit dem “normalen Fan” ehrlich umgeht. Ich denke, dass bestimmte Aktionen durch mehr Transparenz bestimmt auf mehr Verständnis stoßen würden.
Weiter wünsche ich mir, dass man mehr auf uns zugeht. Uns einfach mehr zutraut von Vereinsseite.
Und zum Schluss noch, dass sich im Umfeld des Stadions endlich etwas tut, denn es ist unzumutbar, was da bei Regen geboten wird.

Noch ein paar letzte Worte?
Erst mal Danke für die Hilfe, die uns einige Fans zukommen ließen und lassen. Es ist nicht selbstverständlich, was einige leisten. Danke für ein Jahr Vertrauen in uns und unsere Arbeit. Dann wünsche ich mir, dass sich die Fanclubs, die sich in der letzten Zeit so rar gemacht haben, endlich mal den Hintern hoch bekommen und sich mal an den Diskussionen im DKF beteiligen und mitarbeiten, anstatt immer nur zu motzen und sich über Sinn und Zweck von Aktionen aufzuregen.

Dies geht auch an die, die sich in den Foren immer hinstellen, den Bräter aufreißen und gegen alles was wir machen schlecht reden. Sollen sie doch ihren Arsch bewegen und es selber machen, wenn sie es besser wissen. Wenigstens wird von uns was gemacht. Uns liegt einfach was an der TuS, am DKF und es macht uns Spaß, das alles zu tun, was wir tun.
Wir wollen was verändern und wir haben auch schon viel verändert. Aber wenn es Leute gibt, die immer nur gegen uns reden, dann sag ich denen hiermit, dass sie es erst mal besser machen sollen.

Ich danke für das Interview und hoffe, dass sich zumindest der ein oder andere etwas aktiver an den Aktionen des Dachverbands beteiligen. Der Dachverband kann etwas bewegen, man muss es nur wollen.

Weitere Informationen und Links

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Kommentare

[...] Ein Interview mit Buzze im Nachgang zur JHV findet man übrigens im “Schängelland” unter folgendem Link [...]

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