Im Rahmen des U16-Spiels gegen den JFV Rhein-Hunsrück in Rheinböllen informierte der Vizepräsident Jugend und Sport Joachim Benner die anwesenden Eltern über die aktuelle Situation der TuS Koblenz.

Da es kein geheimes Treffen war und ich auch nicht um Verschwiegenheit gebeten wurde, ist es in meinen Augen auch durchaus in Ordnung, wenn ich die entsprechenden Informationen hier an dieser Stelle nochmal kurz zusammentrage.
Der Bedarf an Informationen ist in der aktuellen Situation schließlich zum Einen riesig, zum Anderen kaum gedeckt!

Wie gesagt stammen die folgenden Aussagen sinngemäß von einem Vorstandsmitglied der TuS Koblenz. Das sei im Voraus nochmal klargestellt, um Fragen nach der Verlässlichkeit der Quelle aus dem Weg zu gehen.
Es sei aber natürlich auch gesagt, dass ich nicht für die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Wiedergabe garantieren kann. Es handelt sich um ein Gedächtnisprotokoll, nicht mehr und nicht weniger. Das bitte ich auch gerade dann zu bedenken, wenn Joachim Benner irgendwelche faulen Eier in den Mund gelegt werden sollen.
Wenn man sich nicht sicher ist, ob ich nicht vielleicht doch etwas Falsches wiedergegeben habe, dann sollte man vorher nochmal nachfragen, bevor man querschießt!
Denn genau das können wir aktuell am allerwenigsten gebrauchen!

Wie ist die aktuelle Situation in der Jugend der TuS Koblenz?

Zunächst einmal sei auf die aktuelle Situation in der TuS-Jugend hingewiesen. Dadurch, dass die TuS Koblenz nicht weiß, ob, wie und wenn ja wo sie in der kommenden Saison antritt bzw. wie viel Geld in der kommenden Spielzeit für den Spielbetrieb zur Verfügung steht, konnten bislang keine Aussagen über die kommenden Saison getätigt werden.
Somit stehen die Spieler im Regen, weil sie nicht wissen, ob sie den Verein wechseln sollten, vielleicht sogar müssen, oder ob es in der kommenden Saison bei der TuS weitergeht und sie dort weiter aktiv bleiben können.

Am Samstag konnte man vor dem Spiel durchaus Unmut der Eltern und auch des Trainers ausmachen. Ich bewerte die Arbeit des Vorstands in diesem Artikel nicht und auch die Zusammenarbeit zwischen Verantwortlichen, Trainern und Eltern werde ich nicht kommentieren. Fakt ist aber, dass vor dem Spiel eine klare Fehleinschätzung zumindest bei einem Teil der Eltern vorherrschte.
Kurz “das Leid der GmbH betrifft den e.V. nicht”.

Deshalb war es in meinen Augen sogar sehr gut, dass ein Vorstandsmitglied den Eltern Informationen darüber bereit gestellt hat, wie es aktuell aussieht. Mehr kann man aktuell wohl auch nicht machen.

Joachim Benner bat also nun in der Halbzeitpause die Eltern kurz zusammen, damit er ihnen den aktuellen Stand erklären konnte.
Er erklärte, dass die Auslagerung des Risikos vom Verein in eine GmbH theoretisch eine gute Idee war, dass die praktische Umsetzung allerdings katastrophal ist. So hatte der Verein TuS Koblenz von Beginn an Verbindlichkeiten in Höhe von einer Millionen Euro gegenüber der TuS Koblenz GmbH. Diese Schulden sind mittlerweile auf etwa 1,5 Millionen Euro angewachsen.

Sollte die TuS Koblenz GmbH nun in die Insolvenz gehen müssen, so würde der Insolvenzverwalter zunächst versuchen die Forderungen der GmbH an den Verein einzutreiben. Da die TuS Koblenz das Geld aber nicht besitzt (siehe auch Bericht des Vizepräsidenten Finanzen auf der Mitgliederversammlung im März 2011) müsste der Verein folgerichtig ebenfalls die Zahlungsunfähigkeit erklären und Insolvenz anmelden.

In diesem Falle wäre es laut Joachim Benner vom Insolvenzverwalter abhängig, wie es mit der TuS Koblenz weitergehen würde.

Man sieht also, dass die finanzielle Verflechtung von GmbH und Verein in der aktuellen Situation für den Verein sehr problematisch ist bzw. werden kann. Das ist ein gutes Beispiel warum man einen starken Verein braucht.

Joachim Benner, wie auch Prof. Dr. Hecker im SWR-Interview, verwies auf eine Aufsichtsratssitzung am heutigen Montag Abend, in der die weiteren Schritte besprochen werden sollen.

Desweiteren fielen noch zwei weitere interessante Zahlen

  • für die dritte Liga fehlen mittlerweile 2,4 Millionen Euro
  • für die Regionalliga fehlen 1,8 Millionen Euro

Joachim Benner benannten die Chancen auf einen Verbleib in Liga 3, mit dem “abgespeckten Etat” bzw. auf einen Neuanfang in der Regionalliga auf jeweils etwa 1%. Darauf sollte man ihn aber natürlich nicht festnageln, weil es ja eher um das Verständnis, als um genaue Zusagen ging.

Zum Ende hin sprach er seine Hoffnung aus, dass die Spieler bzw. die Eltern sich noch etwas gedulden mit einem eventuellen Wechsel zu einem anderen Verein. In seinen Augen hat jeder der TuS-Spieler die Qualität auch noch auf den letzten Drücker bei einem guten Verein unterzukommen. Er sagt, dass er einfach keine Zusagen für die kommende Saison machen kann, weil er und kein anderer weiß, wie es weiter geht. Das wäre unseriös und da stimme ich ihm auch zu!

Alles in Allem ist es natürlich schwer sich vor die Eltern zu stellen und mit nichts in der Hand dafür zu werben, dass die Spieler doch irgendwie bei der TuS Koblenz bleiben.

Man darf auf jeden Fall gespannt sein, was nach dem heutigen Abend an weiteren Informationen veröffentlicht wird.

Ich möchte hier aber nicht schließen bevor ich nicht noch was losgeworden bin.
Es stimmt sicherlich, dass in der Jugendarbeit der TuS Koblenz so Einiges schief läuft. Das bestreite ich nicht. Was mir aber tierisch auf den Geist geht sind Leute, die in der aktuellen Phase genau darauf abzielen. Ganz ehrlich? Wenn ein schlecht organisiertes Jugendinternat unser größtes Problem ist .. na dann yippieh!

Wir sollten uns aktuell mal auf das Wesentliche und Wichtigstes konzentrieren und das ist, dass es in der kommenden Saison auch TuS Koblenz-Fußball zu sehen gibt!
In diesem Sinne, Daumen drücken!