Fragen an Julian Turek zu seinem Film “LATSCHO”

Es war auf der Homepage auf der TuS Koblenz bereits zu lesen. Unser Pressesprecher Julian Turek arbeitet aktuell an einem Film über die TuS Koblenz in ihrem Jubiläumsjahr 2011.
Das finde ich erstmal sensationell und ich freue mich schon total auf die Premiere des Films.

Weil es mich interessiert hat, habe ich Julian einige Fragen zum Film gestellt, die ich hier in Form eines “kleinen” Interviews veröffentliche möchte.

Julian hat meine Fragen dankenswerterweise sehr ausführlich beantwortet, so dass das Interview ein ganz schöner Seitenfüller geworden ist. Aber es ist absolut lesenswert!

Interview mit Julian Turek zu seinem Film “LATSCHO!”

Hallo Julian, warum gerade ein Kinofilm über die TuS Koblenz? Wann hattest du die Idee?

Tja, zwei gute Fragen. So blöd das jetzt klingt, aber diese Idee kam mir nachts irgendwann im Dezember 2010. Ich konnte nach einem erlebnisreichen Tag bei der TuS mal wieder schlecht einschlafen, dachte über Gott und die Welt nach und plötzlich kam mir die Idee: ein Kinofilm über die TuS! Warum eigentlich nicht. Und eines kann ich mittlerweile über die TuS sagen: Dieser Verein ist filmreif. Was Sönke Wortmann kann, hat die TuS schon lange drauf (lacht). Nein, quatsch. Es soll auf keinen Fall eine Abkupferung vom „Sommermärchen“ sein. Es ist auch mehr oder weniger zufällig, dass mir diese bescheuerte Idee in unserem Jubiläumsjahr kam. Ich will damit auch keine Story à la „100 Jahre Vereinsgeschichte – Toll war die Zeit“ erzählen. Nein, ich bin mittendrin und filme bis der Akku leer ist. Ende Dezember kaufte ich mir nach Empfehlung einiger Experten eine „Full-HD Kamera“ und legte mit dem DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern los. Mir war klar, dass ich nicht mit einer Riesenkamera durch die Kabinen der 3. und 4. Liga rennen konnte. Das hätte genervt und Ärger gegeben. Ich hatte lediglich eine Vorstellung davon den täglichen Ablauf hinter den Kulissen einfach mal bildlich festzuhalten. Ein Tag mit der TuS ist schon lustig, das kann ich euch sagen. Alleine mit unserem Zeugwart Gerd Rörig hätte ich einen 120-minütigen Kinofilm drehen können. Die Fans sollen ihren Verein einfach mal aus einer ganz anderen Perspektive sehen. Das war mein Ziel und ich hoffe, dass das im Kino dann auch so ankommen wird. „Latscho“ ist ein ganz eigener Film. Den Filmpreis für die „verrückteste Dokumentation“ würden wir auf jeden Fall gewinnen

Klär uns auf. Was genau beinhaltet der Film und wie lang wird bzw. soll er werden?

Alles. Es wird gesungen, gelacht und gelebt. Keine Frage, dieser Film ist bzw. wird verrückt. Das sagt der Titel ja schon. Natürlich gibt es aber auch den einen oder anderen traurigen Moment. Zum Beispiel die Bilder nach dem verlorenen Rheinlandpokal-Finale gegen Trier. Aber in erster Linie soll der Film einfach Spaß machen, das einmalige TuS-Gefühl vermitteln und ein Geschenk für unsere treuen Fans sein. Was wir alle in den letzten zwei Jahren durchgemacht haben, war schon brutal. „Latscho“ soll die Fans zum Lachen bringen und zeigen wie es bei einem kleinen Profiverein hinter den Kulissen abgeht. Dabei begleite ich die TuS seit Januar täglich mit meiner Kamera. Ich filme alles, was mir in den Weg kommt. Gerdi Rörig nach getaner Arbeit im TuS-Whirlpool (natürlich zensiert!), eine Busfahrt nach Dresden, Kabinenansprachen, die „Tor des Jahres“-Tour mit Stahli, diverse lustige Dopingkontrollen, die Gegnerkabinen oder die Smalltalks im Spielertunnel unmittelbar vor dem Anpfiff. Einfach alles. Was vor der Kamera passiert, entscheiden die Spieler. Nichts ist gestellt oder erfunden. Alle haben eine Hauptrolle in meinem Film, ob sie wollen oder nicht. Mittlerweile habe ich schon so viel gefilmt, dass ich daraus eine ganze Serie machen könnte. Letztlich soll der Film „round about“ 120 Minuten lang werden. Wahrscheinlich werden wir chronologisch vorgehen. Das heißt, mit dem Achtelfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern starten. Aber das kann ich noch nicht genau sagen. Fertig ist er natürlich noch lange nicht. Nach dem Team der vergangenen Saison möchte ich natürlich auch noch die neue Mannschaft vorstellen. Ich denke, dass ich bis Anfang September drehen werde. Irgendwann müssen wir den Film ja auch schneiden und irgendwann muss ja leider auch mal Schluss sein.


Der Trailer ist soeben auf Facebook veröffentlicht worden. Ich habe ihn nochmals ins Archiv von SchängellandTV gepackt.

Was erwartest du dir von dem Film? Geld, Ruhm, Ehre?

Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Es ist einfach eine ganz spontane Idee. Diese Geschichte ist für die TuS, für die Fans. Ich hoffe natürlich, dass sich der eine oder andere im Kino wiederfindet. Ich lasse mich einfach überraschen. Genauso wie ich es bei diesem Projekt auch tue. Ob wir mit dieser Story letztlich für den deutschen Filmpreis („Beste Dokumentation“) nominiert werden oder bei TV Mittelrhein auf dem Sofa sitzen, ist mir völlig egal. Dieses Ding soll Spaß machen und die Zuschauer 120 Minuten begeistern.

Wann hast du konkret angefangen Szenen aus dem Mannschaftsumfeld mitzufilmen?

Los ging alles im Januar. Wie gesagt mit dem DFB-Pokalachtelfinale gegen Kaiserslautern. Ich habe ein oder zwei Tage vorher angefangen und wollte die Anspannung vor dem Derby dokumentieren. Hätte ich natürlich gewusst, dass Stahli eine Runde zuvor gegen Hertha BSC das „Tor des Jahres“ schießen würde, hätte ich sicher früher angefangen. Aber so kann ich sagen, dass ich mit dem Jubiläumsjahr der TuS gestartet bin.


Der Film kommt im Winter 2011 in die Kinos. Warum hast du bereits jetzt einen Trailer veröffentlicht und wird es eventuell noch mehr Vorabeinblicke geben?

Ich habe bislang schon so viel Material gesammelt, dass ich dachte: „Raus damit!“ Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Und warum sollen sich die TuS-Fans also nicht ein halbes Jahr vor dem Kinostart bereits auf den Film freuen. Bis es soweit ist, werden wir immer mal wieder einen kleinen Trailer auf der TuS-Homepage und bei Youtube veröffentlichen. Ich persönlich liebe Trailer. Wenn ich ins Kino gehe, dann freue ich mich am meisten auf die Filmankündigungen und kurzen Einblicke. Das war schon als Kind so. Meistens erscheint ein Trailer ja zwei, drei Wochen vor dem Kinostart. Bei „Latscho“ ist einfach alles anders.

Wird es den Film auch als DVD zu kaufen geben?

Das liegt natürlich in erster Linie daran, wie der Film bei den Fans ankommt. Natürlich wäre es überragend, wenn „Latscho“ auch auf DVD erscheinen würde. Aber das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Warten wir es einfach mal ab. Ich würde mir auf jeden Fall eine DVD kaufen…

Die Mannschaft der Saison 2010/2011 war kaum schlagbar. Denkst du, dass das neue Team genauso aufgeschlossen sein wird, wie das alte?

Auf jeden Fall. Das kann ich jetzt schon sagen. Die Mannschaft der Saison 2010/2011 war wirklich überragend. Das stimmt. Jeder hat für den anderen gekämpft. Diese Jungs hatten den Namen `Mannschaft` mehr als verdient, auch abseits des Rasens. Das wird man auch in dem Kinofilm sehen. Dass die Spieler unserer neuen Truppe genauso aufgeschlossen sein werden, steht für mich außer Frage. Die meisten von ihnen haben noch nie in der Regionalliga oder bei so einem Traditionsverein gespielt. Vielleicht sind sie in der ersten Zeit noch ein bisschen zurückhaltend. Aber eines kann ich euch sagen: diese Jungs sind verdammt stolz die TuS-Raute auf ihrer Brust tragen zu dürfen. Ihr hättet mal die Gesichter sehen müssen, als in der Kabine zum ersten Mal die neuen Jubiläumstrikots ausgehangen wurden. Da haben einige aber mal kräftig geschluckt. Für die jungen Leute ist es eine Ehre. Und ich bin mir sicher, dass die neue Mannschaft genauso abgehen wird, wie die Truppe unter Petrik Sander.

Kannst du uns verraten was bislang dein schönstes Erlebnis im Rahmen der Filmerei war?

Da gibt es so viele Erlebnisse, die ich niemals vergessen werde. Beispielsweise habe ich für die TuS einen sehr guten Freund von uns im Ausland besucht und gefilmt. Er hat mich eingeladen und ich habe vier Tage bei ihm übernachtet. Wer das ist, möchte ich aber noch nicht verraten. Das war eine überragende Tour. Ja, und dann gab es noch die Erlebnisse mit verschiedensten Promis im Zusammenhang mit einem Spiel der TuS. So tauchen beispielsweise auch die Bayern-Stars Bastian Schweinsteiger, Mario Gomez oder Holger Badstuber im Film auf. Das ist kein Witz. Die drei Nationalspieler haben sich das Spiel der TuS in Regensburg angesehen, weil der Bruder von „Schweini“ beim Jahn spielt. Interviews wollten sie mir aber nicht geben. Damals trainierten sie auch noch unter van Gaal und waren ziemlich bockig. Gefilmt habe ich sie dann trotzdem, bin dann einfach hinterher gerannt. War schon lustig. Die großen Bayern-Stars bei Minus zwölf Grad auf der Haupttribüne als Zuschauer bei einem TuS-Spiel. Sensationell war natürlich auch die Tour mit Stahli zur ARD-Sportschau. Alleine die Fahrt dorthin werde ich nie vergessen. Bis zum Schlusspfiff in Ahlen wusste Stahli nicht, dass er gewonnen hat. Und wäre das Wetter an diesem Tag nicht so schlecht gewesen, dann wären wir sogar von einem Helikopter in Ahlen abgeholt worden. „Keine Starterlaubnis“, hieß es plötzlich.


Den Trailer gab es auch schon auf der TuS-Homepage zu sehen, ich habe ihn nur nochmals ins Archiv von SchängellandTV gepackt. Die Qualität ist jetzt nicht optimal, weil Youtube das Video hochskaliert hat.

Also, habe ich mir das Auto vom Trainer geschnappt und wir haben uns auf den Weg nach Köln gemacht. Legendär war auch das Essen nach unserem 2:0-Sieg in Regensburg. Da stand plötzlich vor der Abfahrt Chili con Carne auf dem Tisch. Mein Gott, war das scharf. Einigen Spielern kamen die Tränen, anderen liefen die Schweißperlen über das Gesicht. Das war eine geile Rückfahrt nach Koblenz. Wenn wir nicht gewonnen hätten, dann hätte der Chili con Carne-Besteller sich ein bisschen Ärger vom Trainer bekommen. Aber ist ja alles gut gegangen. Ach, ich könnte euch so viel erzählen. Das glaubt ihr gar nicht. Aber ich möchte natürlich auch nicht zu viel verraten. Bevor der Film im Kino startet, möchte ich die TuS-Fanclubs natürlich auch noch ein bisschen heiß machen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich im November mal bei dem einen oder anderen Fanclub vorbeischaue und ein bisschen aus dem Nähkästchen erzählen. So eine Art „Promotion-Tour“ für unseren Film „Latscho“. Aber natürlich nur, wenn Interesse besteht. Das größte Problem wird bald für mich sein – aufgrund der begrenzten Minutenzahl – die besten Szenen herauszusuchen.

An dieser Stelle möchte ich meinen Partner Adrian Müller hervorheben, ein absolutes Mega-Talent in dieser Filmbranche. Er studiert an der Filmhochschule in Köln und war auch schon bei CSI:Kowelenz der „Mann für alle Fälle“. Wenn ich so eine verrückte Idee im Kino schon umsetze, dann soll das auch absolut professionell sein. Ich habe keine Lust auf ein süßes „Amateurfilmchen“, es soll schon etwas Besonderes sein. Und mit Adrian habe ich den absoluten Profi an meiner Seite, der den Film entsprechend schneiden wird. Schon die Trailer zeigen ja, was der Junge alles drauf hat. Ich hätte nie gedacht, dass ein Film so viel Spaß machen könnte. In erster Linie liegt das natürlich an unserem Verein. Die TuS ist filmreif und einfach „Latscho“!

Danke Julian, ich bin gespannt!

Ich bedanke mich herzlichst, dass ich hier auf schaengelland.de die Möglichkeit bekommen habe so ein exklusives Interview führen und natürlich auch veröffentlichen zu können.
Auf den Film bin ich auf jeden Fall gespannt

Noch mehr Fragen an und Antworten von Julian Turek

Ich werde in Kürze noch ein weiteres Interview mit Julian zu seiner Arbeits als Pressesprecher bei der TuS Koblenz führen. Das wollte ich eigentlich schon zu Beginn seiner Anstellung bei der TuS machen, irgendwie hat das nie funktioniert, aber da wir ja jetzt alles neu und besser machen wollen bei der TuS Koblenz, denke ich, dass nun auch ein guter Zeitpunkt ist.
Das Interview wird in ein paar Tagen hier auf schaengelland.de veröffentlicht werden. Wenn ihr es nicht verpassen wollt werdet doch einfach Schängelland-Fan auf Facebook! Ich würde mich freuen.

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