Am Tag zuvor, als die Erfolgsserie der TuS Koblenz U23 gegen Engers zu Ende ging, hätte niemand auch nur im Entferntesten davon geträumt, dass am darauffolgenden Samstag die entsprechenden Siegesserie der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund ebenfalls zu Ende gehen würde.


Zweiter gegen Letzter. Was sollte man davon halten? Aber irgendwie kam es ganz anders. 3:2 stand es am Ende und ich behaupte, dass keiner so ganz genau weiß, wie das passieren konnte!

Eine Geschichte von Unglaube, Bier und völliger Fassungslosigkeit über das Erreichte.

Bilder vom Spiel Borussia Dortmund II gegen die TuS Koblenz im Stadion Rote Erde

Notizen

Im Voraus sei gesagt … was eine Tour! Kann man eigentlich nicht so richtig von erzählen, hätte man eigentlich mitmachen müssen. Einfach stark!

  • Angereist wurde im DKF-Bus, der dann auch irgendwann pünktlich in Dortmund ankam.
  • Auf dem Weg zum Stadion Rote Erde kam es dann zu etwas Tumult zwischen Polizei und TuS-Fans, als ein paar Koblenzer einen Weg einschlagen wollten, der wohl nicht erlaubt war. Habe ich nicht so ganz mitbekommen. Ich filme so etwas ja immer gerne, um Verfehlungen zu dokumentieren. Zuerst dachte ich, dass ich gehört hätte, wie ein Polizist zu einem Koblenzer sinngemäß sagte “wenn du du nochmal dazwischen gehst, brech ich dir das Bein”. Da war ich auch nicht alleine, weil es durchaus Thema vor und nach dem Spiel war.
    Meine Videoaufnahmen beweisen allerdings, dass der Polizist das nicht gesagt hat. Das muss man ja dann auch mal klipp und klar so sagen, um glaubhaft zu bleiben! Diese Aussage hat übrigens nichts damit zu tun, dass eben dieser Polizist, danach meine Personalien notiert und mir mit Strafanzeige gedroht hat, falls Bilder von ihm im Internet auftauchen. Fotos habe ich eh nicht, nur Videos.
    Aber wie gesagt, wir haben ihm da Unrecht getan, weil er tatsächlich nichts Falsches gesagt hat.
  • So, jetzt aber zum (Vor-)Spiel. Es war offensichtlich, dass ungefähr kein Koblenzer ernsthaft damit rechnete irgendwas reißen zu können. Wir würden klar verlieren, das war nach den Auftritten gegen Bochum II und Schalke II glasklar.
    Aus diesem Grund versammelte sich auch ein Großteil der Gäste am Bierstand. War ja auch günstig, also rein in die Kehle.

    Ist vielleicht für die Möchtegerne-wir-singen-immer-und-überall-alles-für-die-Mannschaft-Tuer schwer nachzuvollziehen, aber an dem Tag feierte man sich eher selbst. Die Sonne war zu Spielbeginn da, also wurde auf den Treppen der Roten Erde entspannt. Muss auch mal sein.

  • Irgendwann Torjubel. Was ist los? Warum freuen die Leute sich .. da zappelt ein Ball im Netz, was ist da los? Thomas Klasen hat einfach aus 40 Metern mal draufgeschossen … und auch noch getroffen?! 1:0 für die TuS. Aus heiterem Himmel. Sensationell.
  • Die Freude war groß, bis Dortmund quasi im Gegenzug ausglich. Freistoß in die Torwartecke. Darf man mal halten.
  • Der Alltag schlich sich ein und es wurde weiter gequatscht und reichlich Bier getankt. Muss halt auch mal sein, wie gesagt.

    Ergebnisse waren Lieder wie

    Wer wird Deutscher Meister,
    die T-u-S aus Kowelenz,
    wer wird Deutscher Meister,
    nur die T-u-S

    oder der durch nichts zu schlagende Wechselgesang “Saufen – Saufen”, der sogar im schwatzgelb.de-Liveticker Beachtung fand.
    Alles im allem hatten wir Spaß. Klasse.

  • Nach der Pause wurde auch Fußball gespielt. Zugeschaut wurde glaube ich auch, mit einem Auge. Der Spaß stand im Vordergrund, nicht das Spiel. Dortmund würde ja sowieso gleich noch ein, zwei Dinger machen und dann verliert man. Aber das war ja eingeplant.
  • Und dann schießt dieser Thomas Klasen einfach nochmal aus 30 Metern drauf, der Ball wird abgefälscht. Tor. Un-fass-bar! Das war ja die reine Ekstase. Einfach nur der absolute Oberhammer. Plötzlich war allen bewusst, dass hier doch etwas geht. Der Bierstand war im Nu verwaist, der Platz auf der Tribüne wurde direkt wieder voll und es wurde versucht irgendwie für Stimmung zu sorgen. Aber auch wenn das Echo vom Westfalenstadion schon schicke Effekte hatte, war man glaube ich schon zu benebelt, als dass da noch wirklich etwas ging .. für die nächste Minute!
  • Denn man hatte das 2:1 noch gar nicht verdaut, realisiert oder akzeptiert .. da rappelte es schon wieder .. im Dortmunder Tor! Tokio Nakai stand alleine vor dem Torwart, machte den Raul und schob den Ball aus einem Meter ins leere Tor.
  • Ausflippen!
  • Schreien!
  • Umarmen!

Jubel nach dem 3:1 durch Tokio Nakai

  • Schreien!
  • Es stand 3:1. Für uns!
  • Danach gab es nur noch eins: zittern und den Abpfiff herbeisehnen!
  • Dortmund kam kurz vor Schluss nochmal ran, 3:2, aber dann war aus. Aus. Aus. Das Spiel ist aus! Koblenz ist Deutscher Meister. Oder so ähnlich.
  • Klar, Dortmund war geschlagen, aber nur kurze Zeit nach dem Schlusspfiff in der Roten Erde schoss der BVB das 1:1 auf Schalke und Jubel brandete aus dem Biergarten um die Ecke auf. Schon laut!
  • Wie auch immer. Wir feierten den höchstverdienten (was sonst? Koblenz und so!) Auswärtssieg und Tokio Nakai bekam erstmals sein eigenes Lied in voller Lautstärke zu hören.

    Wer macht sie alle rein,
    für unseren Verein?
    Tokio,
    Nakai!

    Etwas schade für Thomas Klasen, der ja immerhin zwei sensationelle, wenn auch sicherlich leicht glückliche, Buden gemacht hat! Aber hey, egal. Party!

  • Vom Sieg berauscht machte man sich auf in Richtung Bus und dann gab es erstmal Freibier .. jedenfalls für ein paar Kollegen hinten im Bus.
    Es war nämlich ein Jubiläumsspiel für mich. Das 100.Spiel in der Saison 2011/2012. War mir nicht viel Bier, aber etwas wert. ;-) Brauche ja schließlich die Moneten noch für die rauschen Auswärtssiegparty in der Stadt.
  • In Koblenz angekommen war es Sommer, denn es war noch hell. Also erstmal ab in den Irish Pub was Trinken, dann im LöhrCenter ein Fleischkäsebrötchen gemampft, dann schnell bei Burger Kind nochmal nachgelegt, ab ins Backstage und den Abend im Handelshof ausklingen lassen. Feierlaune pur!
  • Einfach nur ein geiler Tag!

a tribute to Tokio Nakai

Das nächste Auswärtsspiel findet bekanntlich heute Abend statt. Und nur da zählt es. Auf nach Trier und die Eintracht schlagen!